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Schwindel-Schwindelgefühl – Ursache, Diagnose und Therapie

Das Schwindelgefühl – Ursache, Diagnose und Therapie

Keine Schwindelei – wenn der Kopf sich dreht und dreht, wird der Alltag zu echten Problem

Uns allen sind die verschiedenen Schwindelformen schon mal begegnet, ohne dass wir sie als etwas Bedrohliches empfinden, weil sie nur kurz da sind und wieder verschwinden. Andere hingegen müssen mit diesem Gefühl der Gleichgewichtsstörung stunden- bis monatelang täglich kämpfen, so dass ihre Lebensqualität erheblich darunter leidet. Die Vertigo, wie der Schwindel im Fachjargon genannt wird, hat viele Ursachen. Bei manchen dauert es mitunter Jahre bis die richtige Diagnose feststeht und man eine Heilmethode dafür findet, dennoch gelingt beides den verantwortlichen Ärzten immer besser. Gegen fast jede Schwindelart kann mittlerweile Abhilfe geschaffen werden, für viele von welchen der Patient selbst verantwortlich ist.

Der Schwindel - jeder kann es anders empfinden

Normal ist wenn wir wissen und spüren können wo links, rechts, unten, oben ist. Für diese einfache Gewissheit ist ein komplexes System aus drei Elementen verantwortlich. Grob gesagt sind zwei für das Messen und einer für die Regulierung zuständig. Ist eines davon gestört, verlieren wir die Kontrolle über unser Gleichgewichtssystem. Beim Schwindelgefühl posaunt ein gestörtes Messsystem fehlerhafte Informationen zu Bewegungsgeschwindigkeit und -richtung hinaus und verwirrt das unsrige Regulierungsapparat. Die vier nachvollziehbaren Schwindelformen sind Dreh-, Schwank-, Lift-, und Benommenheitsschwindel. Drehschwindel in harmloser Form hat jeder schon mal vernommen, der zu lange auf einem Karusell oder einer Drehscheibe auf dem Kinderspielplatz saß. Nach dem Verlassen wird ein Drehsinn in umgekehrter Richtung für eine Weile simuliert. Beim Schwankschwindel torkelt man wie ein Betrunkener umher, in dem Glauben man werde in eine bestimmte Richtung hingezogen. Den Liftschwindel, wie es der Name schon verrät, erfährt jeder der schon mal einen Fahrstuhl benutzt hat. Hier schwindelt das System einem eine nichtexistierende vertikale Bewegung vor. Die letzte Art des Schwindels, der Benommenheitsschwindel, äußert sich in allgemeiner Ohnmacht und Orientierungslosigkeit. Eine gewisse Leere macht sich im Kopf breit und man weiß nicht mehr wo unten und oben ist.

Die Ursachen – alles, was Einfluss auf das Gleichgewichtsorgan hat

So vielseitig wie man die Schwindelarten charakterisieren kann, so verstrickt können die Ursachen sein. Nicht jede Schwindelform lässt sich konkret einer Ursache zuordnen. Oft löst ein Verursacher bei verschiedenen Menschen verschiedene Schwindelgefühle aus. Trotzdem existiert eine Systematik, wonach man bestimmte Symptome erstmal in einem Ursachenpool hineinschmeißen kann. Drehschwindel als häufigst empfundene Form hat die meisten Ursachen. Der harmloseste und am leichsten zu korrigieren Grund liegt bei einem sogenannten gutartigen Lagerungsschwindel vor. Hier verirren sich Mikrokristalle in das vestibuläre System und täuschen durch Reizung der Messhärchen ein falsches Gleichgewichssystem vor. Durch gezielte Kopfbewegungen können diese Kristalle relativ einfach ausgeschüttelt werden.  Zu den weiteren eher harmlosen Gründe zählen anomaler Blutdruck. Bei Menschen mit niedrigen Blutdruck äußert es sich im typischen Schwarzwerden vor dem Auge, wenn sie von einer langen Hockposition schnell in die Stehposition hinübergehen. Zu den gravierenderen Ursachen eines andauernden Drehschwindels zählen Gefäßverengungen in dem Versorgungskanal des Gleichgewichtsorgan, sei es durch eigene Verklemmung oder wegen Einengung durch andere Gefäße, die sich entzündet haben und anschwellen. Auch das eigene Entzünden des Gleichgewichtsnervs kann Schwindelanfälle hervorrufen. In bösen Fällen sind Schwindelanfälle erstmal nur Einzelteile eines schlimmen Puzzles. So sind sie z.B. Symptombestandteil des Morbus Menière oder treten als Vorbote eines Schlaganfall in Erscheinung. Nicht unbedingt zu erwarten aber dennoch leicht unterschätzt sind Schwindelauslöser psysischer Natur. So können Phobien und Depressionen dauerhaftes Schwindelempfinden bei den Beklagten hervorrufen. Charakteristisch für diese Ursachen sind Schwank- oder Benommenheitsschwindel mit Kopfweh, meist aber ohne Übelkeit.

Diagnose und Therapie – Konversation und Selbsthilfe

Therapien gegen Schwindel aller Arten kann man heutzutage finden, wenn die Ursache erstmal feststeht. Eine Diagnose beginnt immer mit einem ausführlichen Gespräch, in dem der Patient alle Einzelheiten zum seinem Krankheitsbild auflistet. Meistens steht hier das Ergebnis schon fest und kann durch objektive Methoden bestätigt werden. Fällt die Analyse eher wackelig aus, beginnt der Arzt mit Gleichgewichtsuntersuchungen und Hörprüfungen, um das unmittelbar damit zusammenhängende Gleichgewichtsorgan auf seine Funktionalität zu testen. Handelt es sich um einen besonders schwierigen Fall , können auch magnetresonanz- und ultraschalltechnische Untersuchungen zum Einsatz kommen.

Was langsam kommt, kann meistens auch nur langsam beseitigt werden. Eine gesunde Lebensweise und das Ausführen der vom Physiotherapeuten beigebrachten Gleichgewichtsübungen bieten die besten Grundlagen, sich nachhaltig vom Schwindelgefühl zu lösen. Medikamentöse Hilfe sollte möglichst nur temporär beansprucht werden, wenn es im Alltag in Extremfällen nicht anders geht. Bei psychobedingten Schwindel ist es ratsam, sich von einem Psychotherapeuten erstmal behandeln zu lassen, damit dieser Faktor schon mal wegfällt. Ansonsten gibt es noch ganz schwerwiegende Fälle, wo nur ein operativer Eingriff zum Entfernen des geschädigten Gleichgewichtsorgan dem Schwindelalptraum ein Ende setzt. Allerdings bedeutet es die Taubheit an dieser Stelle.

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